| Nachdem die eine Hälfte unserer Mannschaft am Samstag Vormittag brav die
Schule besucht, und die andere die Erwachsenen angefeuert hatte, trafen wir uns in der
Burg wo wir unser erstes und umfangreichstes Mittagessen zu uns nahmen. Vermutlich um die
Turner unbeweglich und daher nicht wettbewerbsfähig zu machen, waren die Portionen am
ersten Tag, an dem wir ja die körperlich anstrengendsten Bewerbe zu absolvieren hatten,
so groß, daß sogar zwei Personen davon mehr als satt wurden. Danach machten wir uns
munter zur Turnhalle auf, wo besonders die vielen Meidlinger
"Neuzugänge" großartige Leistungen erbrachten. Sieht man von einer Ausnahme ab
waren auch die Kampfrichter milde. Bei der Leichtathletik bewiesen wir
ebenfalls unser Können oder Nichtkönnen (einige hatten zum ersten Mal in ihrem Leben
eine Kugel in der Hand, da fehlt dann halt die Übung...), und dementsprechend gut oder
nicht so gut sahen dann auch die Ergebnisse aus. Das Schwimmen
anschließend war für alle eine willkommene Abkühlung. Doch obwohl wir alle so begabte
Schwimmer sind, blieben wir nicht ungeschlagen. Den Abend verbrachten wir zunächst in
einer Pizzeria, danach machten wir ganz Perchtoldsdorf unsicher, wobei wir das
Eisgeschäft und den kleinen Teich neben unserem Quartier bevorzugten.
Der Sonntag war gezeichnet von einer schlafarmen Nacht und der Hitze die uns den ganzen
Wettkampfbetrieb versüßte. Außerdem war für Sonntag nachmittag Singen und Tanzen
angesagt. Deshalb übten wir immer wenn wir einen Weg zurücklegten (Herberge- Eissalon-
Herberge, Herberge- Burg,...) begeistert unser Kürlied "Mei Tag hat drei
Stund" und weniger begeistert unser Pflichtlied "Kein schöner
Land", bis schließlich jeder jede Stimme konnte, einige die Lieder nicht
mehr ertrugen und wahrscheinlich ganz Perchtoldsdorf ebenfalls hätte mitsingen können.
In unserer "freien" Zeit zwischen dem Vierkampf, den Mahlzeiten und dem
letzten Bewerb des Wimpelwettstreites, tanzten wir bis zum Umfallen den Pflichttanz "Bauernmadl"
und den Kürtanz "Feistritzer Landler". Nach dieser
ausgedehnten Übungseinheit konnte wirklich jeder die Übergänge zwischen Figuren und
Walzer, die Abstände zwischen den Paaren waren endlich gleich groß und auch sonst
beherrschten wir die Tänze bis ins kleinste Detail. Dementsprechend erfolgreich war dann
auch das große Finale, der Tanz- und Singwettbewerb. Alle waren schrecklich aufgeregt,
doch bis auf das Kürlied bekamen wir nur 9er Wertungen. Diesem wurde nämlich leider
nicht die höchste Schwierigkeitsstufe angerechnet, sondern nur die mittlere. Grund: Kein
Jodler, kein Garnix. Macht nichts, wir waren trotzdem die Besten im Bewerb Singen und
Tanzen, was uns schließlich auch zum zweiten von drei Plätzen verhalf. Hinter Gersthof
und vor Liesing, wobei uns, wie wir im Nachhinein erfuhren, nur wenige Zehntel vom ersten
Platz trennten. Daß wir das nächste Mal auch Gersthof schlagen ist längst beschlossene
Sache, und so haben sich uns wieder einige begabte Jugendliche angeschlossen, die uns,
begeistert von dem Wettkampfbetrieb und dem Turnverein, in diesem Vorhaben unterstützen
wollen.
(Birgit) |
 
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